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Am Sylvesterabend bei der Generalversammlung wurde wiederum beschlossen, kommendes Jahr ein Theaterstück zur Aufführung zu bringen und Caspar Ritter, unter Beihilfe des Baltas Heidegger und Wilhelm Hammerer, mit der Arrangierung betraut. Am 7. März kam demzufolge das Lustspiel „Tochter Feldkümmel“ zur Aufführung, wobei der Besuch gut und eine namhafte Einnahme erzielt wurde. Erfüllt von lebhafter Sympathie für Theater, wurde angebahnt zum Schlusse dieses Jahres das Trauerspiel „Kabale und Liebe“ zur Aufführung zu bringen. Durch fleißige Proben gedieh das Werk so weit, dass auf 26.12. (Stephanstag) die Ausführung dieses Stückes festgesetzt werden konnte. Durch einen unglücklichen Zufall, hätte aber dieses Beginnen bald verschoben werden müssen. Die vorhergehende Nacht wurde noch Probe gehalten und nachher bei BACHUS tüchtig zugesprochen, bis der Höhepunkt in einem Schnapsduell erreicht war. Baltas Heidegger der die Rolle als Wurm zu spielen hatte, war total alkoholisiert; fiel beim nach Hause gehen im Hause des M.M. den er im Wahne, derselbe habe einen Rausch, ins Bett begleiten wollte, ins Bachloch hinunter und blieb daselbst besinnungslos liegen. In diesem Zustande fanden ihn seine Kameraden, die auf ihn gewartet hatten und über das lange Ausbleiben, auf die Suche nach ihm ausgingen. Zum Gehen unfähig wurde Baltas jetzt auf einen Horner gebunden und nach Hause transportiert. Sein Erwachen soll, wie er nachher selber erzählte, kein angenehmes gewesen sein, denn es war schon ohne dass er es glaubte mittags 11 Uhr und er meinte, es hätte soeben aufgehört in die Kirche zu läuten; sprang aus dem Bette, kleidete sich schnell an und ging in die Wohnstube, in gewohnter Weise: „Gelobt sei Jesus Christus“ brummend. Erst während er dieses sagte, sah er, dass man das Mittagessen einnahm. Wie verblüfft er hierüber sein mochte – noch verblüffter waren seine Angehörigen, denn seine Nase war ganz zerschunden, sein Gesicht verunstaltet bis fast zur Unkenntlichkeit und zu all diesem kam noch eine tüchtige Predigt seiner Mutter. Nicht wissend ob er wache oder träume, nahm er sein Hütchen und wanderte, nachdenkend über das ihm so traurig mitspielende Schicksal, dem Hause zu, wo er sich vergangene Nacht sein Räuschchen geholt hatte, um über den ganzen Hergang näheres zu erfahren. Durch die Bewegung im Freien, kam er erst recht wieder zur Besinnung und die Befürchtung, es passe nicht wohl, mit seinem Gesichte auf der Bühne zu erscheinen, war gerade keine ungerechtfertigte. Nachmittags erholte er sich dann im Gasthaus zum Löwen durch ein erquickendes Schläfchen, das ihn wieder in nüchternen Zustand brachte. Seine sehr defekte Nase wurde mit Brotteig und Puder etwas ausgebessert und so erschien Heidegger dann des nachts auf der Bühne. An Schönheit stand dieses Stück dem früheren „Menschenhaß und Reue“ nicht nach, nur die Wahl des Personals hätte eine glücklichere sein können. (Siehe Artikel „Egg“ in der Landeszeitung vom 7.I.1887.) Diesmal erreichte der Theaterkrieg seinen Höhepunkt. Blinder Fanatismus glaubte hier das Zepter schwingen zu können, nannte er doch dieses so sehr ins menschliche Leben eingreifende Stück „Frivol“. Die Worte des Dichters hätten wohl diesmal am besten Anwendung finden können: „Dass oft die allerbesten Gaben die wenigsten Bewunderer haben, und dass der größte Teil der Welt das Schlechte für das Gute hält. Dies Übel sieht man alle Tage, doch wie wehrt man dieser Pest? Ich zweifle, dass sich diese Klage, aus unserer Welt verdrängen lässt. Ein einzig Mittel ist auf Erden, allein es ist unendlich schwer: Die Narren müssen weise werden und seht, sie werdens nimmermehr. Nie kennen sie den Wert der Dinge, ihr Auge schließt, nicht ihr Verstand, sie loben ewig das Geringe, weil sie das Gute nie gekannt.“ Im Mai d. J. wurden wir von der Schützengesellschaft Andelsbuch ersucht, anlässlich der Schützenfahnenweihe als Festmusik mitzuwirken, welchem Anerbieten wir wie immer mit Freude Folge leisteten. Am 23. X. konzertierte die Kapelle anlässlich einer Hochzeit im Engel in Schwarzenberg und somit endete dieses Jahr ohne weitere Vorkommnisse. Weitere Niederschriften aus unserer Vereinschronik finden sie unter www.mvegg.com, Kommentarmöglichkeit
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An dieser Stelle sei wieder vermerkt, dass wir am Text keine Korrekturen vorgenommen haben.
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