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Home arrow Chronik arrow Vorwort arrow „Erinnerung ist Menschenlust, erleichtert manche trübe Brust!“
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Noch spät in den Tagen, wann der Reif des Alters auf den silberweißen Haaren zu sehen ist, wenn man nicht mehr mit den Wellen der Zeit gleichen Schritt hält, wenn unser Körper ein Zeuge ist von ehrlichem Fleiße und Bestreben, wenn unser Herz, das die früheren Lebensjahre so recht empfunden hat, langsamer und tiefer schlägt, gleichsam in tiefe ernste Gedanken versunken, wenn alle Verhältnisse der Natur zum Alter uns in die Stube bannen, dann ist nur Erinnerung die einzige Quelle heiliger Freuden.

Die Erinnerung, sie führt uns in die ersten Tage unseres Erdenlebens zurück; sie führt uns in den Kreis unserer Eltern, Geschwister, Freunde und Gespielen. Ja vielleicht hat man alle jene teuren Personen überlebt, und unwillkürlich entwindet sich der bangen Brust ein: „Dona nobis pacem“.

Man erinnert sich auch der frohen, heiteren, und der trüben, herben Tage und doppelt ist die Freude, wenn man den Segen jener Zeiten zu seinem eigenen Wohle genießen kann in den letzten Stunden des Lebens.

Nochmehr! Was ist ein Mensch ohne Hoffnung? Wie groß sein Unglück? Und die schöne Hoffnung kann nur entkeimen auf der Erinnerung, die uns das, was wir früher schönes erlebten, lebendig vor die Augen stellt, und somit die Hoffnung nach eben demselben in der Brust erweckt.

Und dieses Buch, es sei ein Buch der Erinnerung, jedes Blatt, jede Seite, ja jede einzelne Zeile der holden Erinnerung geweiht. Dieses Buch als Chronik, als Geschichte unseres Musikvereines, sei uns ein Schatz, es sei das tiefste Innerste, das uns alle, die Namen unserer einstigen Vereinsbrüder, das Thun und Streben einer edlen Schar von Jünglingen und Männern vor Augen führt.

Bei jeder schönern Gelegenheit führen die eingeschriebenen Worte uns zurück an jene Stellen, die uns zu gleichem Zwecke zusammengerufen, und wir sind gewiss um so höher erfreut.

Kommt dann der Haupttag der Erinnerungen, der Sylvester Abend, dann rede du, dann lehre du, die du die erlebten Begebenheiten enthältst, ergreife du, Gedenkbuch, die innersten Winkel unseres Herzens.

Das wird uns dann neu ermutigen, zu neuer Arbeit, zu neuem Eifer, unser Freundschaftsbund wird von Jahr zu Jahr enger geknüpft, und wenn unser Niemand mehr gedenken, wenn wir schon längst vermodert sind, so steht unser Name noch hier in diesem Buche und die einstigen Vereinsmitglieder werden unser Andenken an mehrere teure Mitglieder und Gäste ehren.

So erfülle das Buch seinen schönen Zweck, sei bald Mittelpunkt des Vereines, dann hat der Verein das Edelste und Höchste ergriffen, was Herzen zum Herzen innig gesellt und als Herkules auf den Erdball stellt.

„Freundschaftsgruß und Harmonie“
„Hörnerschall und Sympathie“
„Erfülle unsere Herzen“
„Verscheuche Sorg und Schmerzen“.

 

 
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